Schornstein abdichten: Kaminverblechung, Kosten & Ablauf

Der Übergang zwischen Schornstein und Dach ist eine der häufigsten Leckstellen am ganzen Haus. Genau dort, wo das gemauerte Bauteil die Dachfläche durchstößt, treffen zwei unterschiedliche Materialien aufeinander – und beide arbeiten bei Temperaturwechseln unterschiedlich. Wird der Anschluss nicht sauber ausgeführt oder altert die Einfassung, dringt Regenwasser ein und zeigt sich oft erst Monate später als Feuchtfleck auf dem Dachboden. Dieser Ratgeber erklärt, wo der Schornstein undicht wird, wie man ihn richtig abdichtet und mit welchen Kosten Sie ungefähr rechnen sollten.

Wo der Schornstein am Dach undicht wird

Ein undichter Kamin hat meist eine von drei Ursachen:

Die Kaminverblechung: So wird der Anschluss dicht

Eine fachgerechte Kamineinfassung besteht nicht aus einem Streifen Dichtmasse, sondern aus mehreren aufeinander abgestimmten Blechen, die das Wasser gezielt auf die Dachfläche zurückführen:

Welches Material passt?

Üblich sind Blei, Titanzink, Aluminium, Edelstahl und Kupfer. Blei lässt sich gut an unebenes Mauerwerk andrücken und ist deshalb bei der Einfassung beliebt. Wichtig ist vor allem eine Regel: Verwenden Sie nur zueinander passende Metalle. Werden unverträgliche Metalle direkt kombiniert – etwa Kupfer über Zink – kann es zu Kontaktkorrosion kommen, die das Blech vorzeitig zerstört. Im Zweifel entscheidet der Dachdecker anhand von Eindeckung und Regenwasserführung, welches Material sinnvoll ist.

Den Schornsteinkopf abdichten

Ist nicht die Einfassung, sondern der freistehende Teil über dem Dach das Problem, geht es um andere Maßnahmen:

Anzeichen für einen undichten Schornstein

Achten Sie auf diese Warnsignale, am besten regelmäßig auf dem Dachboden im Bereich des Kaminzugs:

Wichtig: Feuchte Flecken müssen nicht immer von Regen kommen. Auch Kondensat oder eine sogenannte Versottung durch Abgase können Ursache sein. Zeigt sich das Problem eher innen und rund um den Zug, ziehen Sie zusätzlich den Schornsteinfeger hinzu – nicht jede Feuchtigkeit ist ein reines Dachthema.

Was kostet es, den Schornstein abzudichten?

Eine seriöse Pauschale gibt es nicht, weil Aufwand, Höhe, Material und Zugänglichkeit stark variieren. Als grobe Orientierung:

Lassen Sie sich immer ein schriftliches Angebot machen und – bei größeren Arbeiten – zwei bis drei Betriebe vergleichen. Die genannten Größenordnungen sind Anhaltspunkte, keine verbindlichen Preise.

Selbst machen oder Fachbetrieb?

Eine kleine, gut erreichbare Fuge lässt sich als Notlösung kurzfristig abdichten. Eine dauerhaft dichte Einfassung ist aber Präzisionsarbeit: Die Bleche müssen exakt eingefalzt, in die Fuge eingebunden und so verlegt werden, dass das Wasser sicher abläuft. Auf einem Steildach kommt die Arbeitssicherheit hinzu. Sobald es um die richtige Verblechung, größere Höhen oder ein Steildach geht, gehört die Abdichtung in die Hände eines Dachdeckers. Reines Übersilikonieren gilt als typischer Fehler – es hält nur kurz und verdeckt das eigentliche Problem.

Vorbeugen ist günstiger als reparieren

Nehmen Sie den Kaminanschluss in Ihre regelmäßige Dachwartung auf und prüfen Sie Bleche, Fugen und Abdeckplatte auf Risse. Steht ohnehin eine Neueindeckung oder Dachsanierung an, sollten Sie die Einfassung gleich mit erneuern lassen – nachträglich ist das immer aufwendiger. So bleibt eine der heikelsten Stellen des Dachs dauerhaft dicht.

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