Dach neu decken: Was kostet das?
Ein Dach neu zu decken kostet in Deutschland ca. 80 bis 200 EUR pro m² – inklusive Material, Arbeitslohn, Gerüst und Entsorgung der alten Eindeckung. Für ein durchschnittliches Einfamilienhaus mit 120–150 m² Dachfläche bedeutet das Gesamtkosten von etwa 12.000 bis 30.000 EUR.
Ob Sie am unteren oder oberen Ende landen, hängt vor allem vom Material, der Dachform und davon ab, ob nur die Eindeckung getauscht oder gleich gedämmt wird. Diese Zahlen sind realistische Orientierungswerte (Stand 2026) – das genaue Angebot ergibt sich erst nach einer Begutachtung vor Ort.
Kostenübersicht: Was kostet das Neudecken pro m²?
| Position | Kosten pro m² (ca.) | Hinweis |
| Abriss & Entsorgung alte Eindeckung | 15 – 30 EUR | Mehr bei Asbest (Eternit) |
| Neue Lattung & Unterspannbahn | 15 – 30 EUR | Grundlage für die Eindeckung |
| Material Eindeckung (je nach Wahl) | 20 – 90 EUR | siehe Materialvergleich |
| Arbeitslohn Eindeckung | 30 – 60 EUR | Dachform-abhängig |
| Gerüst (umgelegt auf Fläche) | 8 – 20 EUR | pauschal oft 800–2.500 EUR |
Wichtig: Wer beim Neudecken gleich eine Dämmung mitmacht, zahlt zwar mehr (oft +80–150 EUR/m²), profitiert aber von Förderung und niedrigeren Heizkosten. Da das Gerüst schon steht und das Dach ohnehin offen ist, ist das der wirtschaftlich sinnvollste Zeitpunkt dafür.
Materialien im Vergleich
Die Wahl der Eindeckung ist der größte Stellhebel beim Preis – und bei der Lebensdauer. Hier die gängigen Materialien ehrlich gegenübergestellt:
| Material | Preis pro m² (nur Material) | Lebensdauer | Bewertung |
| Betondachstein | 10 – 25 EUR | 40 – 60 Jahre | Günstig, robust, schwer – Klassiker mit gutem Preis-Leistungs-Verhältnis |
| Tonziegel | 20 – 45 EUR | 50 – 80 Jahre | Langlebig, optisch hochwertig, frostsicher |
| Schiefer (Naturstein) | 60 – 120 EUR | 80 – 100+ Jahre | Premium, sehr langlebig, hoher Verlegeaufwand |
| Faserzement / Eternit (neu, asbestfrei) | 25 – 45 EUR | 30 – 50 Jahre | Leicht, gut für geringe Dachlast |
| Metall (Zink/Aluminium) | 40 – 90 EUR | 50 – 80 Jahre | Für moderne & flach geneigte Dächer |
| Bitumenschindeln | 10 – 25 EUR | 20 – 30 Jahre | Günstig, eher für Nebengebäude/Carports |
Empfehlung: Für die meisten Einfamilienhäuser sind Beton- oder Tonziegel die vernünftigste Wahl – langlebig, bewährt, gute Verfügbarkeit. Schiefer und Metall sind schön, aber deutlich teurer und nicht für jedes Haus nötig. Lassen Sie sich nicht in die teuerste Variante reden, wenn ein solider Ziegel Ihren Bedarf erfüllt.
Kostentreiber: Warum Angebote so unterschiedlich ausfallen
- Dachform: Satteldach = günstig. Gauben, Kehlen, Walmdach, viele Anschlüsse = mehr Zuschnitt und Arbeitszeit.
- Dachneigung: Sehr flach oder sehr steil erhöht Material- bzw. Sicherungsaufwand.
- Zustand des Unterbaus: Sind Lattung oder Dachstuhl beschädigt, kommen Reparaturkosten dazu.
- Asbest in der alten Eindeckung: Ältere Eternit-Platten enthalten oft Asbest. Die fachgerechte Entsorgung ist Pflicht und kostet 15–30 EUR/m² extra.
- Extras: Neue Dachrinnen, Schneefanggitter, Dachfenster, Solarvorbereitung – sinnvoll, aber preiswirksam.
- Region & Saison: In gefragten Regionen und zur Hochsaison sind die Preise höher.
Ablauf: So läuft das Neudecken Schritt für Schritt
- Besichtigung & Aufmaß: Der Fachbetrieb prüft das Dach, misst die Fläche und checkt den Unterbau.
- Angebot: Sie erhalten ein detailliertes Angebot mit allen Positionen.
- Gerüst stellen: Sicherheit und Zugang werden geschaffen.
- Alte Eindeckung entfernen: Ziegel runter, Bahnen und ggf. schadhafte Lattung raus, Entsorgung.
- Unterbau erneuern: Neue Unterspannbahn, Konterlattung, Traglattung – die Basis für ein dichtes Dach.
- Neue Eindeckung verlegen: Ziegel, Firstziegel, Ortgang, Anschlüsse, Durchdringungen abdichten.
- Dachrinnen & Abschluss: Entwässerung, Schneefang, Endkontrolle.
- Abnahme & Gewährleistung: Gemeinsame Kontrolle, Rechnung, Gewährleistungsdokumentation.
Die reine Bauzeit liegt bei einem Einfamilienhaus typischerweise bei 5 bis 12 Arbeitstagen, abhängig von Wetter, Dachform und Material.
Förderung beim Neudecken
Das reine Neudecken (ohne energetische Verbesserung) wird nicht gefördert. Sobald Sie aber eine Dämmung integrieren, sind Förderungen möglich:
- BEG-Einzelmaßnahme (BAFA): in der Regel 15 % Zuschuss auf die Dämmkosten, mit Sanierungsfahrplan (iSFP) bis 20 %.
- Steuerbonus §35c EStG: alternativ 20 % der Kosten über drei Jahre absetzbar (selbstgenutztes Eigentum).
- KfW-Programme bei umfassender energetischer Sanierung.
Deshalb lohnt es sich, beim Neudecken über eine Aufsparren- oder Zwischensparrendämmung nachzudenken – der Aufpreis wird teilweise gefördert und zahlt sich über die Heizkosten aus.
Spartipps
- 3 Angebote vergleichen: Preisunterschiede von 25–30 % bei gleicher Leistung sind normal. Vergleichen lohnt sich fast immer mehr als jede Materialeinsparung.
- Dämmung gleich mitmachen: Solange Gerüst steht und Dach offen ist, ist es am günstigsten – und förderfähig.
- Material realistisch wählen: Ein guter Ziegel hält 50 Jahre. Premium-Schiefer ist selten nötig.
- Saison nutzen: Im Herbst/Winter haben Betriebe oft mehr Kapazität.
- Klare Leistungsbeschreibung: Je detaillierter das Angebot, desto weniger Nachträge. Lassen Sie Entsorgung, Gerüst und Anschlussarbeiten explizit ausweisen.
Warnzeichen für unseriöse Anbieter
- ⚠️ Festpreis ohne Dachbesichtigung – unmöglich seriös zu kalkulieren.
- ⚠️ Druck und "Sonderaktionen", die heute unterschrieben werden müssen.
- ⚠️ Hohe Vorkasse vor Arbeitsbeginn.
- ⚠️ Haustür-Geschäfte: Jemand klingelt unangekündigt und will einen "akuten Schaden" gesehen haben.
- ⚠️ Kein schriftliches Angebot mit Einzelpositionen, keine prüfbare Firmenadresse.
Seriöse Fachbetriebe begutachten das Dach, erklären die Materialwahl und geben Ihnen Zeit zum Vergleichen.
Fazit & nächster Schritt
Ein Dach neu zu decken kostet ca. 80–200 EUR pro m², beim Einfamilienhaus also rund 12.000–30.000 EUR. Material, Dachform und eine eventuelle Dämmung bestimmen den Preis. Der beste Schutz vor Überzahlung: mehrere vergleichbare Angebote von geprüften Betrieben einholen.
Wenn Sie sich die Suche sparen möchten: Über dachdeckercheck.de stellen Sie eine kostenlose, unverbindliche Anfrage. Wir prüfen Ihr Anliegen und vermitteln Sie an geprüfte, regionale Dachdecker-Fachbetriebe – keine Weitergabe an Callcenter, keine Verpflichtung. So erhalten Sie vergleichbare Angebote und eine ehrliche Einschätzung, welches Material und welcher Umfang für Ihr Dach sinnvoll sind.