First & Grat sanieren: Trockenfirst, Kosten & Ablauf 2026

Der First ist die oberste, waagerechte Kante Ihres Daches – dort, wo sich zwei Dachflächen treffen. Der Grat ist das schräge Gegenstück an einem Walm- oder Zeltdach. Beide werden mit speziellen Firstziegeln abgedeckt und gehören zu den am stärksten belasteten Stellen des Daches: Wind, Frost und Bewegungen setzen ihnen besonders zu. Wer den First saniert, bevor sich Ziegel lösen, spart sich Wasserschäden und teure Folgereparaturen.

Warum der First so oft zum Problem wird

Bei älteren Dächern sind die Firstziegel meist in Mörtel gebettet – der sogenannte Mörtelfirst. Diese Bauweise war jahrzehntelang Standard, hat aber einen Schwachpunkt: Der Mörtel arbeitet nicht mit dem Holz und den Ziegeln mit. Temperaturschwankungen, Frost und die natürliche Bewegung des Dachstuhls lassen ihn mit der Zeit reißen und ausbröckeln.

Die Folgen sind typisch: Firstziegel sitzen locker oder verrutschen, bei Wind entsteht Sog unter der offenen Kante, und Regen sowie Flugschnee finden ihren Weg unter die Eindeckung. Nicht selten zeigt sich der Schaden erst spät als Feuchtfleck im Dachboden – genau unterhalb des Firsts.

Diese Anzeichen sprechen für eine Sanierung

Schon ein einzelner gelöster Firstziegel kann bei Sturm zur Gefahr werden und weitere mitreißen. Wer solche Zeichen entdeckt, sollte nicht bis zur nächsten Regenperiode warten.

Trockenfirst statt Mörtel: der heutige Standard

Bei einer Sanierung ersetzen Dachdecker den Mörtel in aller Regel durch ein Trockenfirstsystem. Es ist seit vielen Jahren Stand der Technik bei belüfteten Dächern und in den Fachregeln des Dachdeckerhandwerks (ZVDH) verankert. Der Aufbau besteht aus mehreren aufeinander abgestimmten Bauteilen:

Der entscheidende Vorteil: Der First bleibt hinterlüftet. Warme, feuchte Luft aus dem Dachaufbau kann am höchsten Punkt entweichen, was Kondensation und Schimmel vorbeugt. Gleichzeitig gibt es keine reißenden Mörtelfugen mehr, und die verklammerten Ziegel halten Wind deutlich besser stand. Das System ist damit sturmsicherer und über Jahre praktisch wartungsfrei.

Ein Mörtelfirst ist nicht grundsätzlich falsch – bei manchen historischen oder denkmalgeschützten Dächern wird er bewusst weitergeführt. Für die meisten Wohnhäuser ist der Trockenfirst heute aber die langlebigere und pflegeleichtere Wahl.

So läuft die Sanierung ab

Der Ablauf ist bei First und Grat im Prinzip gleich:

Weil die Arbeiten am höchsten Punkt des Daches stattfinden, ist fast immer ein Gerüst oder eine Hebebühne nötig. Aus demselben Grund ist die Firstsanierung kein sinnvolles Heimwerkerprojekt: Die Absturzgefahr am First ist hoch, und eine fehlerhaft verlegte Rolle dichtet nicht zuverlässig ab.

Was kostet eine Firstsanierung?

Seriöse Pauschalpreise lassen sich aus der Ferne nicht nennen – die Kosten hängen von der Firstlänge in laufenden Metern, der Zahl der Grate, der Zugänglichkeit und dem Zustand der vorhandenen Ziegel ab. In der Regel wird pro laufendem Meter First bzw. Grat abgerechnet, hinzu kommen die Gerüstkosten als eigener Posten.

Als grobe Orientierung: Ein reiner Firstwechsel an einem gut zugänglichen Satteldach ist überschaubar; kommen mehrere Grate am Walmdach, neue Firstziegel und ein großes Gerüst dazu, steigt der Aufwand deutlich. Verlässlich wird es erst mit einem Vor-Ort-Angebot. Lassen Sie sich die Positionen – Firstmeter, Material, Gerüst – getrennt ausweisen, damit Sie Angebote vergleichen können.

Ein guter Zeitpunkt ist übrigens, den First gleich mitzumachen, wenn ohnehin ein Gerüst steht – etwa bei einer Dachwartung, einer Reparatur oder einer neuen Eindeckung. So teilen sich mehrere Arbeiten die Gerüstkosten.

Fazit

First und Grat sind kleine Bauteile mit großer Wirkung: Sind sie undicht, leidet schnell der gesamte Dachaufbau. Bröckelnder Mörtel, klappernde Ziegel oder Feuchte unter dem First sind klare Signale, den First zu sanieren. Der Umstieg auf ein Trockenfirstsystem sorgt für eine dauerhaft dichte, hinterlüftete und sturmsichere Kante. Holen Sie sich für die genaue Preisgestaltung und den passenden Systemaufbau ein Angebot von einem Dachdecker-Fachbetrieb ein.

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