Jede Dachdurchdringung ist ein potenzielles Leck
Eine Photovoltaikanlage bringt Dutzende Befestigungspunkte auf Ihr Dach – und jeder Dachhaken, jede Kabeldurchführung ist eine Stelle, an der Wasser eindringen kann, wenn sie nicht fachgerecht ausgeführt ist. Die Anlage selbst hält Jahrzehnte; ein Montagefehler an der Dachhaut zeigt sich dagegen oft erst nach dem ersten schweren Regen oder der ersten Schneeschmelze – dann sitzt die Anlage schon fest darüber. Deshalb ist die Dichtheit der Punkt, an dem sich gute von schlechter Montage unterscheidet. Dieser Ratgeber gehört zum Überblick Photovoltaik aufs Dach.
Wo Undichtigkeiten entstehen
- Dachhaken: Wird der Ziegel über dem Haken nicht sauber ausgeklinkt, liegt er auf und bricht – oder er lässt Wasser durch. Der Haken muss frei liegen, ohne den Ziegel auf Druck zu belasten.
- Kabeldurchführung: Werden die Leitungen einfach durch einen gebohrten Ziegel geführt, ist das Leck programmiert. Fachgerecht nutzt man spezielle Dachdurchführungs- oder Lüfterziegel.
- Beschädigte Ziegel: Beim Begehen und Montieren brechen leicht Ziegel. Unbemerkte Haarrisse werden später undicht.
- Unterspannbahn: Wird die zweite wasserführende Ebene unter der Eindeckung verletzt, fehlt die Reserve, die genau solche Fälle abfangen soll.
Dachhaken richtig gesetzt: die Details
Fachgerecht heißt: Der Dachhaken wird an Sparren oder Konterlattung verschraubt, der darüberliegende Ziegel so ausgeklinkt, dass er wieder plan aufliegt und Wasser darüber abläuft. Die Kräfte gehen in die Konstruktion, nicht in die Ziegel. Ist die Eindeckung schon älter oder mürbe, gehört sie vor der Montage in Ordnung gebracht – wie das je nach Dachtyp aussieht, zeigt der Ratgeber Photovoltaik je nach Dacheindeckung.
Wer haftet bei einem undichten Dach: Dachdecker oder Solarteur?
Hier liegt das Kernproblem vieler PV-Projekte. An einer Anlage arbeiten oft zwei Gewerke: der Solarteur/Elektrobetrieb für Module, Wechselrichter und Verkabelung – und idealerweise der Dachdecker für alles, was die Dachhaut betrifft (Haken, Durchführungen, Abdichtung). Tritt später Feuchtigkeit auf, beginnt nicht selten das Schwarze-Peter-Spiel: Der Elektrobetrieb verweist aufs Dach, der Dachdecker auf die Montage.
Für Arbeiten an einem Bauwerk gelten in der Regel mehrjährige Gewährleistungsfristen – aber sie helfen nur, wenn klar ist, wer für welchen Teil verantwortlich war. Genau deshalb ist die saubere Zuordnung der Dachhaut-Arbeiten zum Dachdecker so wertvoll.
Das Zwei-Gewerke-Problem lösen
So vermeiden Sie den Zuständigkeits-Streit von vornherein:
- Ein Ansprechpartner: Am besten übernimmt ein koordinierender Betrieb die Verantwortung – oder der Dachdecker macht die komplette Dacheinbindung und der Solarteur den elektrischen Teil, mit klarer Schnittstelle.
- Schriftliche Leistungsabgrenzung: Im Angebot sollte stehen, wer Haken, Durchführungen und Abdichtung ausführt und dafür geradesteht.
- Dachdecker früh einbinden: Wer die Dachhaut kennt und verantwortet, montiert dicht – und bleibt im Schadensfall greifbar.
Worauf man einen seriösen Betrieb erkennt, lesen Sie in Seriösen Dachdecker finden; wie Sie Angebote vergleichen, in Dachdecker-Angebot prüfen.
Warnzeichen für eine undichte PV-Montage
- Feuchte Flecken, Stockflecken oder Wasserränder am Dachboden nach der Montage.
- gebrochene oder verschobene Ziegel rund um die Modulfelder,
- Kabel, die sichtbar durch einen gebohrten Ziegel statt durch einen Durchführungsziegel laufen,
- Tropfgeräusche oder muffiger Geruch im Dachraum.
Bei solchen Anzeichen sollten Sie zügig handeln – Ursachen und Soforthilfe erklärt der Ratgeber Dach undicht: Ursachen & Soforthilfe. Je länger Feuchte im Dachaufbau bleibt, desto teurer der Folgeschaden.
Flachdach: dicht dank Ballast
Auf dem Flachdach ist die dichteste Lösung, die Abdichtung gar nicht erst zu durchdringen: Aufgeständerte Module werden mit Ballast gesichert. Muss doch durchdrungen werden, sind fachgerechte Manschetten Pflicht. Weil der Ballast die Last erhöht, gehört hier die Statik immer mit auf den Tisch; die Grundlagen der Abdichtung erklärt Flachdach abdichten.
So sichern Sie sich ab
Damit ein undichtes Dach gar nicht erst entsteht – und Sie im Fall der Fälle einen klaren Ansprechpartner haben –, lohnt es sich, die Dachhaut in Dachdecker-Hand zu geben. Über dachdeckercheck.de stellen Sie kostenlos und unverbindlich Ihre Anfrage; wir vermitteln Sie an geprüfte, regionale Dachdecker-Fachbetriebe, die die Montage dicht ausführen, sauber dokumentieren und im Schadensfall greifbar bleiben – ohne Weitergabe an Callcenter. Lassen Sie sich die Ausführung der Durchdringungen und die Abnahme mit Fotos dokumentieren; das ist im Zweifel Ihr bester Nachweis.