Dachrinne abdichten: undichte Naht, Ecke & Stoß reparieren
Ein feuchter Streifen an der Fassade, ein kleiner Wasserfall genau über der Haustür oder ein tropfender Punkt mitten auf dem Gehweg: Meist steckt keine kaputte Rinne dahinter, sondern nur eine undichte Stelle. Die gute Nachricht ist, dass sich eine Dachrinne abdichten lässt, ohne gleich das ganze Stück auszutauschen. Voraussetzung ist, dass Sie das Leck sauber finden und das passende Material für Ihr Rinnenmaterial verwenden.
Wo Dachrinnen typischerweise undicht werden
Fast immer liegt das Leck nicht in der Mitte einer geraden Rinne, sondern an einer Verbindung oder Kante. Die üblichen Schwachstellen:
- Nähte und Stöße: Dort, wo zwei Rinnenstücke oder ein Verbindungsstück aufeinandertreffen, arbeitet das Material bei Temperaturwechsel. Alte Dichtungen werden hart und rissig.
- Innen- und Außenecken: Gehrungen an Gebäudeecken sind aufwendig verarbeitet und reißen gern an der Lötnaht oder Klebefuge.
- Endkappen (Rinnenböden): Der Abschluss am Rinnenende löst sich mit der Zeit.
- Korrosion bei Zink: Zinkrinnen rosten an Stellen mit stehendem Laub, ständiger Nässe oder wo die Schutzschicht verletzt wurde, bis sie durchlöchert sind.
- Risse bei Kunststoff: PVC wird durch UV-Strahlung und Frost über die Jahre spröde und bricht, oft an den Rinneneisen (Haltern), die sich in das Material drücken.
- Falsches Gefälle: Steht dauerhaft Wasser in der Rinne, findet es jede kleine Undichtigkeit. Manchmal liegt die eigentliche Ursache also gar nicht am Leck, sondern an der Neigung.
Das Leck sicher finden
Reinigen Sie die Rinne zuerst gründlich von Laub und Schlamm. Danach hilft ein einfacher Test: Gartenschlauch am oberen Ende einlaufen lassen und von unten beobachten, wo es tropft. Achtung, das Wasser läuft in der Rinne oft ein Stück, bevor es austritt. Die undichte Stelle liegt also meist etwas oberhalb des Tropfpunkts. Markieren Sie die Stelle im trockenen Zustand mit einem wasserfesten Stift.
Das richtige Material nach Rinnentyp
Der häufigste Fehler ist, alles mit Silikon zuzuschmieren. Silikon haftet auf Metall und feuchtem Untergrund schlecht, lässt sich später nicht überlöten und löst sich oft nach einem Winter wieder. Wählen Sie das Material passend zu Ihrer Rinne.
Zink und Kupfer
Die dauerhafteste Lösung bei Metallrinnen ist das Löten. Damit wird die Naht wieder dicht wie im Original. Löten gehört allerdings in Fachhände, weil offene Flamme, das richtige Lot und saubere Vorbereitung nötig sind. Als Reparatur ohne Löten eignen sich spezielle, dauerelastische Dichtmassen für Metall (zum Beispiel auf MS-Polymer-Basis) oder ein Alu-Butyl-Reparaturband. Kleine Rostlöcher lassen sich mit Metallband plus Dichtmasse überbrücken, das ist aber eher eine Übergangslösung.
Kunststoff (PVC)
Undichte Steckverbindungen und feine Risse in PVC-Rinnen dichten Sie am besten mit PVC-Kleber beziehungsweise Dachrinnenkleber auf Lösemittelbasis. Der verschweißt das Material regelrecht miteinander und hält deutlich besser als aufgesetzte Dichtmasse. Bei größeren Rissen oder verzogenen Bauteilen ist ein Austausch des einzelnen Teils oft sinnvoller, weil sprödes PVC an der nächsten Stelle weiterreißt.
Universell
Für gemischte Situationen und Notreparaturen gibt es selbstklebende Alu-Butyl- oder Bitumen-Reparaturbänder. Sie haften auf vielen Untergründen und überbrücken Nähte gut, sehen aber sichtbar nach Flicken aus.
Dachrinne abdichten: Schritt für Schritt
- Trocken und mild arbeiten: Dichtmassen, Kleber und Bänder brauchen eine trockene Rinne und meist Temperaturen über etwa 5 Grad. Nach Regen also erst ausreichend abtrocknen lassen.
- Reinigen und entfetten: Rund um das Leck Laub, Schmutz, loses Material und alte Dichtreste entfernen. Fettige oder oxidierte Flächen mit Reiniger abwischen.
- Anrauen bei Metall: Zink oder Kupfer im Reparaturbereich leicht anschleifen, damit Dichtmasse oder Band greifen.
- Dichtmittel auftragen: Dichtmasse großzügig in und über die Naht ziehen, Reparaturband faltenfrei und mit deutlichem Überstand andrücken, PVC-Kleber dünn auf beide Klebeflächen geben und zusammenfügen.
- Aushärten lassen: Die Herstellerangabe zur Trockenzeit beachten und die Rinne in dieser Zeit trocken halten. Erst danach mit dem Schlauch nachtesten.
Selber machen oder Fachbetrieb rufen?
Die Rinne am Gartenhaus, Carport oder an der Garage bekommen Sie mit etwas handwerklichem Geschick und einer sicher stehenden Leiter gut selbst dicht. Ganz anders sieht es am Steildach eines Wohnhauses aus. In mehreren Metern Höhe auf einer Leiter oder am Dachrand zu arbeiten, ist die eigentliche Gefahr bei dieser Reparatur, nicht das Kleben selbst. Stürze von der Leiter zählen zu den häufigsten schweren Unfällen am Haus. Sobald Löten nötig ist oder Sie nicht sicher und standfest herankommen, gehört die Arbeit in die Hände eines Dachdeckers oder Klempners.
Wann Abdichten nichts mehr bringt
Nicht jede Rinne ist es wert, geflickt zu werden. Für einen Austausch statt Reparatur sprechen:
- flächiger Rost oder mehrere Durchrostungen bei Zink, oft ein Zeichen, dass die Rinne am Ende ihrer Lebensdauer ist,
- viele undichte Stellen kurz hintereinander, weil jede Flickstelle die nächste Schwachstelle sichtbar macht,
- sprödes, an mehreren Stellen brechendes PVC,
- eine Rinne, die sich verzogen hat oder deren Gefälle nicht mehr stimmt.
In solchen Fällen ist eine dauerhafte Abdichtung Flickwerk, und die Erneuerung des betroffenen Abschnitts ist auf Dauer günstiger.
Was kostet das Abdichten?
Eine feste Zahl lässt sich seriös nicht nennen, weil Rinnenmaterial, Zugänglichkeit und Zahl der Lecks stark variieren. Als grobe Orientierung: In Eigenleistung kostet Sie das Material für eine kleine Reparatur mit Dichtmasse, Kleber oder Band nur wenige Euro bis in den kleinen zweistelligen Bereich. Beauftragen Sie einen Fachbetrieb, kommen Anfahrt, Arbeitszeit und gegebenenfalls ein Gerüst oder eine Hebebühne hinzu, sodass auch eine kleine Reparatur schnell teurer wird. Holen Sie im Zweifel zwei Angebote ein und lassen Sie sich sagen, ob abdichten oder erneuern wirtschaftlicher ist.
Sie sind unsicher, ob Ihre Rinne noch zu retten ist, oder trauen sich die Arbeit in der Höhe nicht zu? Die Dachprofis von Parlak Bedachungen schauen sich den Schaden an und sagen Ihnen ehrlich, ob eine Reparatur reicht oder ein Austausch die bessere Wahl ist.
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